Insiderwissen und Auswahlkriterien.
Bei Hochdruckreinigern unterscheiden sich bezüglich Pumpwerk grundlegend zwei Bauarten . Es geht um die technische Lösung wie die Kolben vor und zurück bewegt werden. Eine Lösung betrifft die Taumelscheibe, die andere betrifft die Lösung mit Kurbelwelle.
Unterschied zwischen der Bauart mit Taumelscheibe und Kurbelwelle
Die Taumelscheibe ist die preiswerteste Lösung und hat auch weniger Größe und Gewicht. Zur Anwendung kommt sie vorwiegend bei Hochdruckreinigern für Baumärkten. Die Pumpe mit Taumelscheibe nennt sich Axialpumpe .Die Technik der Taumelscheibe hat Grenzen. Bei Hochdruckreinigern über 5 kWh kommt sie nicht mehr zum Einsatz.Bei Hochdruckreinigern mit dieser Technik werden 20 MPa (200bar) und dazu 12 L/Min nicht überschritten. Der Grund ist , das die Stößel die auf der Taumelscheibe gleiten eine Punktbelastung haben, und Punkt bleibt Punkt, er lässt sich nicht vergrößern wie eine Fläche. Bei der Kurbelwelle haben wir hingegen eine Flächenbelastung und das bedeutet Langlebigkeit. . Folgendes Bild zeigt eine aufgeschnittene Pumpe mit Taumelscheibe. In der Mitte rechts ist der Stößel zu sehen der den Kolben schiebt. Die abgerundete Auflage hat eine Punktbelastung im Gegensatz zu den Kurbelwellenpumpen mit Flächenbelastung. Nicht nur dies: Die Stößel bleiben auf der Taumelscheibe nicht auf einen fixen Punkt sondern gleiten darauf. Üblich ist Stahl auf Stahl und das ergibt Abrieb. Getriebe mit Taumelscheibe brauchen dann natürlich Spezialöle. . Als Öle kommen die U.T.T.O: ( Universal Tractor Trassmision Oil) in Frage,jedenfalls bei den Pumpen mit Taumelscheiben von Comet. Weil Punktbelastung Abrieb hat sollte so anfänglich nach 50 Stunden Betriebszeit Ölwechsel erfolgen. Kurbelwellenpumpen auch Radialpumpen genannt bekommen einfaches Motorenöl und das kann verbleiben.
Im Bild eine aufgeschnittene Axialpumpe.

Kurbelwellenpumpe, andere Ausdrücke: Plungerpumpe; Radialpkolbenpumpe; Reihenkolbenpume.

Langsamläufer/ Schnellläufer
Es ist ein Unterschied ob bei Hochdruckreinigern die Motoren mit 2.800 U/min laufen oder mit 1.400 U/min. Abgesehen vom Verschleiß und der Lebenserwartung machen Langsamläufer wesentlich weniger Geräusch und es bilden sich weniger Kavitationsblasen in der Pumpe. Nachteil, sie haben ein höheres Gewicht und Volumen und kosten auch mehr. Baumarkthochdruckreiniger sind ausnahmslos Schnellläufer. Wenn Benzinhochdruckreiniger mit Höchsttouren c.a 3000 U/min laufen und zusätzlich das Wasser angesaugt wird ,dann erreicht die Förderleistung nicht das Soll. Einfach weil die Kolben beim Ansaugen so schnell zurückfahren das nicht genügend Wasser angesaugt wird. Drosselt man die Touren weg vom Anschlag, dann bleibt die Förderleistung nicht nur ausreichend, sondern unverändert gegenüber Höchstdrehzahl.
Höchste Qualitätsstufe
Bei Autowaschanlagen, also Anlagen die rund um die Uhr laufen, sieht man teilweise Hochdruckpumpen die mittels Keilriemen vom Elektromotor angetrieben. Es ist nicht so, das diese Hochdruckreiniger aus Opas Zeiten stammen, sondern diese Bauart hat ihre Berechtigung. Maschinen die mit Elektromotoren angetrieben werden leiden unter Kriechstrom. Und höhere Kriechströme sind Gift für die Pumpwerke. Um so leistungsfähiger ein E-Motor ist, um so stärker sind dann die Kriechströme. Übliche Lösung ist Heute weniger der Keilriemen, sondern zwischen der Welle des Motors und der aufgeflanschsten Pumpe wird eine Elastomerkupplung als Barriere eingebaut. Ein Muss ist diese Bauart bei Hochdruckreinigern um die 10 kW und darüber
Auswahlkriterien
Geht man von einer erwarteten Lebensdauer von unter 2.000 Stunden aus, dann kann es auch ein Hochdruckreiniger mit Taumelscheibe sein. Sind etwas preiswerter und haben weniger Gewicht. Will man was langlebiges, dann kommen nur Hochdrukreiniger mit Reihenkolben in Frage. Über den empfohlenen Druck lässt sich streiten, natürlich, je mehr Druck um so mehr ist die Reinigungsleistung. Zu hoch ist aber auch nicht gut. Ist der Druck über 200 bar dann kann es zum Beispiel wenn man mit der Sprühlanze ganz nahe am Blech reinigt, an einem Auto Lackschäden geben. Bezüglich Förderleistung kann man leichter Empfehlungen geben. Zu achten ist, ob die Hausleitungen genug Wasser bringen. So bringen Wasseranschlüsse im Garten oft keine 10 Liter/min. Das kann man leicht feststellen durch das Füllen eines Eimers innerhalb einer Minute und dann durch wiegen. Auf keinem Fall sollte der Hochdruckreiniger höhere Förderleistung haben als der Wasseranschluss bietet. Das fördert die Kavitation an den Kolben und zwar wenn die Kolben zurückgezogen werden bilden sich Hohlräume und darin Dampfblasen die beim Implodieren Moleküle aus den Kolben schlagen. Bekannt sind die Schäden durch Kavitation bei den Propellern von Motorboten.
Unnütze Shampoobeimengung
Wir beanstanden bei einer Vielzahl von Hochdruckreinigern die Möglichkeit dem Wasser Shampoo beizumischen. Richtige Anwendung der Seifenlauge ist wenn man zuvor die zu reinigende Stelle sanft einsprüht, einwirken lässt und erst nachträglich mit dem Wasserstrahl entfernt. Wird das Shampoo dem scharfen Wasserstrahl beigemischt, dann hat es keine Zeit ein zu wirken und perlt sofort ab. Im Zuge unserer Tätigkeit der mittels Hochdruckreinigen betriebenen Schmiedepressen hatten wir Gelegenheit mit den Konstruktionsabteilungen zu sprechen. Auch genannte Abteilungen sahen keinen Sinn der direkten Shampoozuführung. Uns wurde gesagt, das verlangt der Handel. Nachdem aber kaum ein Hochdruckreiniger eine Feindosierung für die Laugenzufuhr hat mischt sich natürlich eine Menge Seifenlauge ins Wasser und bringt Umsatz den der Handel nicht vermissen will. Was zum Unfug noch dazu gehört. Zum Ansaugen des Shampoo benötigt der Hochdruckreiniger eine Venturidüse. Das heißt, der Wasserstrahl muss durch eine sehr kleine Bohrung gepresst werden, und das bedeutet Energieverlust.
Unnütze Plastik und nochmals Plastik
Es geht um die Unmenge von Plastik die das Pumpwerk umhüllt. Man ist hie in guter Gesellschaft mit der Lebensmittelindustrie: Große Verpackung und wenig Inhalt. Um dem Kunden Größe vor zu gaukeln ist unter der Abdeckung viel Luft. Unnütze Plastik die nur der Schau dient bedeutet mehr Gewicht und erhöht mit dem größeren Volumen mehr Verpackungsaufwand höhere Transportkosten und Lagerkosten. Aufgerechnet wird das dann alles dem Endkunden.
Wie der Bypass funktioniert und was ist Total-Stop
Alle Hochdruckreiniger haben einen Bypass. Hätten sie keinen Bypass, würde nach dem Schließen der Sprühlanze der Druck steigen und steigen bis etwas platzt oder der Motor abgewürgt wird. Sobald der Druck im Druckschlauch auf zulässigen Anschlag steigt, spürt das der Bypass durch eine kleine wasserführende Bohrung vom Anschluss des Druckschlauches zum Bypass und ein Sitzventil öffnet sich und leitet das Presswasser auf die Ansaugseite um, und so zirkuliert des Wasser im Kreislauf ohne dass der Druck im Druckschlauch steigt. Ein Rückschlagventil beim Ausgang zum Druckschlauch belasst den Druck im Schlauch bis die Sprühlanze wieder geöffnet wird. Hochdruckreiniger der neueren Generation haben eine zusätzliche Abschaltung des E-Motors, genannt Total-Stop, eine Vorsichtsmaßnahme und um den Stromverbrauch etwas zu verringern. Vorsichtsmaßnahme deshalb denn zirkuliert das Wasser ununterbrochen durch die Rückführung des Bypass, kann es nach langer ununterbrochener Zeit sich so erwärmen, das die Dichtungen kaputt werden, und im schlimmsten Fall der Pumpenkopf vom Dampfdruck zerrissen wird.